Dis-Identifikation: Der Weg in die Freiheit

Ein zentraler Lehrsatz der Psychosynthese lautet: Wir werden beherrscht von allem, womit wir uns identifizieren. Wir können alles meistern und kontrollieren, von dem wir uns dis-identifizieren.

Vom Musiker zum Dirigenten
Identifikation bedeutet, dass wir glauben, wir seien unsere Angst, unser Schmerz oder unser Ehrgeiz. In diesem Zustand sind wir ein Teil des Orchesters, ohne Überblick und ohne Wahlmöglichkeit. Die Dis-Identifikation ist der bewusste Schritt heraus aus dem Instrumenten-Haufen auf das Podest des Dirigenten.

  • Beobachten statt Sein: Wenn wir sagen: „Ich habe eine Angst, aber ich bin nicht diese Angst“, erschaffen wir einen Raum zwischen uns und dem Gefühl. In diesem Raum entsteht Freiheit.
  • Die Macht des Zentrums: Durch die Dis-Identifikation finden wir zu unserem wahren Kern – dem beobachtenden Ich. Von hier aus können wir unsere Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen wahrnehmen, ohne von ihnen überwältigt zu werden.
  • Meisterschaft: Nur was wir aus der Distanz betrachten können, können wir auch verwandeln. Der Dirigent kann erst dann eingreifen, wenn er erkennt, dass er nicht die Geige oder die Pauke ist, sondern die Kraft, die sie leitet.


Die Übung der Freiheit

In der Praxis bedeutet Dis-Identifikation, sich immer wieder daran zu erinnern:

  1. Ich habe einen Körper, aber ich bin mehr als mein Körper.
  2. Ich habe Gefühle, aber ich bin mehr als meine Gefühle.
  3. Ich habe Gedanken, aber ich bin mehr als meine Gedanken.


„Die Dis-Identifikation ist der Akt, mit dem wir die Fesseln unserer Gewohnheiten lösen, um den Taktstock der Selbstführung zu übernehmen.“
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 Roberto Assagioli 


Indem wir uns von unseren Teilpersönlichkeiten dis-identifizieren, gewinnen wir die Souveränität zurück, unser Leben nach unseren wahren Werten zu gestalten.